25 Bier-Kulturstationen

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“ “Ein Bier zu brauen, das einfach gut ist.” ist die Devise von E. Haizmann, Chef der Kronenbrauerei  Hochdorf, ausgezeichnet

mit dem Sigel des Slow Brewing. Bier Sommeliere Irina Zimmermann   favorisiert das Barbara Bock. Die Hochdorfer Kronenbrauerei ist die Älteste (bereits 1654 verzeichnet) und Größte an dem Bierkulturradweg.  Zur Hausbrauerei gehörte früher die Mälzerei,   die Schnapsbrennerei, der Hopfenanbau und der landwirtschaftliche Betrieb.

 


Ein Hektar Hochdorfer Hopfengarten mit 4000 Pflanzen ergeben jährlich 33-50 Zentner Hopfen für 1/3 des Eigenbedarfs. Der Hopfen wächst in 70 Tagen 7 Meter hoch – bei guter Witterung bis zu 30 Zentimeter am Tag. Nur 120 Gramm Hopfen sind für einen Hektoliter Bier nötig – diese aber geben dem Bier erst die richtige Würze. Das ist ungefähr 1/1000 der Gesamtmenge!


Hopfenzopfeln in Göttelfingen hat eine lange Tradition. Privat treffen sich immer wieder Gruppen, aber auch Vereine wie die Narrengilde Göttelfingen zum Hopfenzopfeln. Heute werden am ersten Sonntag im September - früher Beginn der Hopfenernte -

die Hopfen zu wunderschönen Kränzen geformt.


Baisinger Biermanufaktur - Kaum zu glauben, aber wahr: In Baisingen ist der Teufel los! Und das schon seit 240 Jahren betreibt die Biermanufaktur bereits in der 9. Generation das  Brauhandwerk mit Erfolg in der Region. Klein aber oho – das Beste aus dem Gäu für die Welt.  Vor allem die Weizenbiere räumen immer wieder Preise auf der BierBeviale in Nürnberg ab.


Keltenhügel - Landmarke Fürstengrab: vor 2.500 Jahren braute man es schon:

das keltische Bier im Fass, ob „Curma“ oder „Cervesia“ genannt.

Wurde hier dem keltischen Fürsten -  unerforscht im Inneren – des Hügels auch 15 Liter Bier als Grabbeigabe dargereicht?


Die Ergenzinger Ochsenbrauerei existiert seit 1824, seit 1928 ist sie im Besitz der Familie Digeser. Die kleine Ochsenbrauerei Digeser braut vier Sorten Bier: das feinherbe Pils mundet Vincent Klink, Sternekoch aus Stuttgart am besten. Warum soll auch eine kleine, aber feine “Zwergenbrauerei” ihre Zauberkräfte für mehr Biere  verschwenden?  Qualität geht vor Quantität, Maßhalten heißt das Biergebot!


Dörre zum Trocknen - im Heimatmuseum Remmingsheim findet man alle Gerätschaften der früheren 60 Hopfenbauern in Remmingsheim: Hopfenwieden, Schluchtenstecker, Hopfenhäpple, Simrikorb und Hopfenmärkle. Unglaublich was die ehrenamtlichen Museumsmacher zusammen getragen haben! 1500 Exponate aus den Bereich Land- und Hauswirtschaft, und insbesondere des Hopfenanbaus.


Kronebrauerei Schimpf - 2020/21 ist 150 Jahrfeier. "Schimpf. Denn das Gute liegt so nah." sagt man im alten Bermuda- Dreieck des Hopfens, wenn man sich „plopp“ ein Schimpf-Urtrüb in der Bügelflasche genehmigt. Ein dem historischen Vorbild nachempfundener Eisgalgen war in diesem Winter im Hof der Brauerei in Remmingsheim zu sehen.


Das Jesuitenkloster, heute Bischöfliches Ordinariat.  Im Jahr 1647 kamen die Jesuiten nach ihrer Vertreibung aus Tübingen nach Rottenburg bauten das Kloster, im rechten Flügel eine Brauerei.
Dahinter im Jesuitenhöfle wurde das Bier ausgeschenkt! Mit praktischem Sinn erkannten die Jesuiten, dass die Weine der hiesigen Lage nicht die besten waren und stellten alsbald auf Bier um,"um durch den Biergenuss Krankheiten fernhalten zu können"


Hopfenernte am Ende des 19 Jahrhundert in Rottenburg: man sieht wie Männer beim “raloatre” runterziehen des Hopfenstocks mit  einer Stange zu Gange sind und Frauen mit Kindern beim Zopfeln in die Körbe. Schon im 18. Jahrhundert bestanden in Rottenburg einzelne Hopfengärten, welche im Eigentum von Bierbrauern waren. Im 19. Jahrhundert wurde Rottenburg zur Hopfenbauhauptstadt in Schwaben.


Bierkeller des Neckarwirt Schmollinger, erbaut 1875, ein besonders beeindruckendes Exemplar:  in den Muschelkalk am Burggraben getrieben, wurde im Winter mit Eisblöcken gefüllt, die man aus  dem Neckar heraus sägte. Der Keller konnte bis zu 1000 Kubikmeter Eis fassen. Die Bierkeller waren der unterirdische kühler Lagerraum für  die Bierfässer, die früher meistens mit einem Biergarten kombiniert war.


 Hopfengauben, das sind gestaffelte Dachausbauten für die Hopfentrocknung; der Vorgang zum Trocknen und Lagern der Hopfendolden, um den Hopfen beim Bierbrauen verwenden zu können, Die schmalen länglichen Gauben sorgten für die nötige Windzufuhr. Hopfen wird in grünem Zustand mit einem Wassergehalt von rund 80 % geerntet und muss bis zur Trocknung auf 9 bis 10 % Wassergehalt reduziert werden. Dies ist zur Erlangung der Lagerfähigkeit und Erhaltung der Qualität notwendig.


Hopfensäcke für den Hopfenmarkt - Ende des 19 Jh. waren fast 150 Hopfenhändler  in Rottenburg und Umgebung  tätig . Sie versuchten mit den großen Hopfenhändlern aus Nürnberg und Steiner aus Laupheim Schritt zu halten.  Sebastian Blau, Rottenburgs Dichterkönig hat dies wunderbar festgehalten: „ Im Herbst wenn die Nürnberger Hopfenhändler in der Stadt waren, liefen die Kurbeln an den Apparaten heiß.  Man hörte am Bären und vor dem Kaiser das schrille Schellen und die Stimmen der Aufkäufer bis auf den Marktplatz heraus. So laut mussten die Herren hinein schreien, weil Nürnberg doch so weit weg war….“


Ehemalige Hirsch-Brauerei Rottenburg, heute Gasthaus mit Restaurant, Sudhaus und Bierkeller und über 200 jähriger Brautradition der großen Brauerfamilie u.a.  Bierbrauer Fidel Bosch.  Der Sohn des Hirsch und Tafelwirts richtete im gekauften Schloss (heute Justizvollzugsanstalt) eine Brauerei ein, die später in den Hirsch zog. Durch das Erhalten des originalen Braukessels blieb der Sudhaus-Charakter der ehemaligen Brauerei erhalten und hat dadurch einen ganz besonderen Flair.


Zur Hopfenerntezeit erfüllte rund um den Marktplatz und die Zehntscheuer, in den Gassen, Straßen, Plätzen und Höfen der würzig herbe Geruch ganzer Hopfenberge die kleine Stadt. In drei Wochen mussten in Rottenburg und Umgebung 1200 ha Hopfenfelder geerntet werden und die Hopfen gezopfelt werden. Tausende Hopfenzopflerinnen und Zopfler kamen im September nach Rottenburg. Da waren oft 3000 - 4000 Menschen mehr in der zur damaligen Zeit 6000 Einwohner zählenden Stadt.


Hopfentrockenhaus – Hopfendarre – bei der ehemaligen Brauerei Ritter  - einzig erhaltenes Haus in Rottenburg. Hopfentrocknung bezeichnet den Vorgang zum Trocknen der Hopfenblüte, um den Hopfen beim Brauen verwenden zu können. Wann ist die Hopfenfrucht reif?  Reif ist der Hopfen, wenn sich in der Dolde das gelbliche Pulver Lupullin gebildet hat. Beim Öffnen der Frucht entströmt ihr ein aromatischer Duft. Das ist das sicherste Erkennungszeichen! Probieren Sie es aus.


Schützenbräu am Neckarufer - einst einer der führenden Brauereien in Rottenburg, wunderbar am Neckar - an der Porta Suevica - gelegen. Die Brauerei lag gegenüber dem Brauereigasthaus, das später als Gasthaus zum Preussischen bekannt wurde. In den letzten Jahren firmierte es als Ambiente, Restaurant Tapas Bar - Beach Bar. Während das Brauereigasthaus noch gut erhalten ist, sind von der Brauerei nur noch Teile der Brauereiarchitektur zu sehen.


Die Topbrauerei im 18 Jh. der Jesuiten  im Bühler Schloss. Da die Weine der hiesigen Lage nicht die besten waren stellten die Padres alsbald auf Bier um, da liefen die Geschäfte besser.  Kaiser Leopold I. überließ das Schloss gegen ein Darlehen von 10.000 Gulden dem Jesuitenkolleg in Rottenburg. Der Orden richtete nach dem 30jährigen Krieg im Schloss eine Brauerei ein, die damit begann in Bühl Bier zu brauen, die noch bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts als "Schloßbrauerei" fortgesetzt wurde. Der Biergarten mit dem tollen Blick auf die Wurmlinger Kapelle zog auch die Tübinger “Intelligenzia” an.


Auch eine Wasserleitung stellten die Jesuiten her, vom "Jesuitenbrünnlein" im Sengenbachtal bis ins Schloss hinein. Das Wasser der Rammertquelle – viel besser als aus dem Bühler Schlossbrunen - wurde über das Sengenbach-/Bühlertal in die Brauerei geleitet. Dies geschah mit Hilfe einer Deichelleitung, also aufgebohrten Holzstämmen. In den aufgelassenen Baumstämmen floss das Wasser bergab vom Jesuitenbrünnlein zum Schloss.


Im Jahre 1849 ereilte Weilheim die größte Brandkatastrophe seiner Geschichte. Das Feuer vernichtete viele der großen Scheuern mit ihren Nebengebäuden im Dorf. Nach einheitlichen Grundsätzen errichtete man schon ein Jahr später eine über 112 Meter lange Scheunenfront mit den typischen Hopfengiebeln, die sich bis in unserer Zeit fast unverändert erhalten hat und die zusammen mit Kirche und Pfarrhaus das gesamte Ortsbild von Westen her prägt.


Privates Fahrradmuseum - in dem Scheunenensemble rechts des Radwegs findet man auch ein Stück Fahrradgeschichte.  Michael Faiß hat sich einen Traum erfüllt und hier seines kleinen privaten Fahrradmuseum eingerichtet. Zumindest die letzten hundert Jahre Fahrradgeschichte sind bestens dokumentiert. Schön stehen sie im oberen Stockwerk da: viele Modelle aus den 60er Jahren, Tandems und selbst Modelle von Lokalpolitikern.


Die Schlossbrauerei Gösele & Stratmann lag in der Schwärzlocher Strasse. Ab 1896 war Paul Lutz dort Braumeister und gewann die begehrte goldene Medaille. Er besaß zuvor die 1875 gegründete Dampfbrauerei Paul Lutz in Neuenbürg an der Enz, die er 1890 von Albert Lutz übernommen hatte. Die Schloßbrauerei besaß eine  Dampfmaschineder Maschinenfabrik Ulrich Kohllöffel aus Reutlingen
tr.


Brauerei Löwen – später Kino, heute Löwenladen und Theater/Comedy:  Die Brauerei Löwen reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das Gebäude mit der alten Tübinger Gaststätte war um 1900 von der Lustnauer Brauerei zum Ochsen Carl Heinrich gekauft worden, hatte mehrfache Besitzerwechsel. Der Saal des Gasthauses war wichtigster Versammlungsort der Tübinger Arbeiterbewegung.


Der Brauerstern am Löwen, auch Bierstern, Bierzoigl genannt. Der sechszackige Stern bildet die drei am Brauen beteiligten Elemente Feuer, Wasser und Luft und andererseits die im Mittelalter bekannten Zutaten Wasser, Malz und Hopfen ab. Im 15 Jh. brachten Juden den Stern aus der Hopfen- und Biermetropole Franken nach Prag. Dort wurde das Symbol zur Fahne der Miliz der jüdischen Gemeinde, später die Staatsfahne von Israel.


Neckarmüllerei: vom Cafe-Konzert-Restaurant, Vorzeigewirtschaft zur heutigen Gasthausbrauerei mit Biergarten der Familie Fischer. Sie hatte Besuch vom Bundespräsidenten, erhielt Beschwerden aus der Nachbarschaft und Anzeigen bei der Polizei. Sie erhielt ihren Namen, wie viele andere Häuser in Tübingen auch, von einem ihrer Besitzer, der Müller hieß. Die Traditionsgaststätte am Neckarufer hat heute eine sehr moderne Außenfassade, ist aber innen rustikal gestaltet.